Doxy-PEP: Antibiotikum nach dem Sex zur STI-Prävention?

Eine einmalige Dosis Doxycyclin nach ungeschütztem Sex kann das Risiko für bestimmte Geschlechtskrankheiten deutlich senken. Wir erklären, was hinter „Doxy-PEP" steckt, für wen es infrage kommt – und wo die Grenzen liegen.
Was ist Doxy-PEP?
Doxy-PEP steht für „Doxycyclin-Postexpositionsprophylaxe": die Einnahme von 200 mg Doxycyclin innerhalb von 72 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Ziel ist, bakterielle sexuell übertragbare Infektionen (STI) – vor allem Chlamydien und Syphilis, teils auch Gonorrhö – zu verhindern.
Was zeigt die Studie?
Die richtungsweisende DoxyPEP-Studie (New England Journal of Medicine, 2023) untersuchte Männer, die Sex mit Männern haben, sowie trans Frauen mit STI-Vorgeschichte. Doxy-PEP reduzierte bakterielle STI um rund zwei Drittel. Eine frühere französische Untersuchung (IPERGAY-Substudie, 2018) zeigte einen ähnlichen Effekt.
Für wen kommt es infrage?
- Personen mit erhöhtem STI-Risiko (z. B. wechselnde Partner, kürzliche STI)
- Vor allem untersucht bei MSM und trans Frauen
- Der Nutzen bei cis Frauen ist nach aktueller Datenlage weniger klar
Wichtige Grenzen
Doxy-PEP schützt nicht vor HIV oder viralen Infektionen – Kondome und ggf. die HIV-PrEP bleiben zentral. Diskutiert werden zudem mögliche Antibiotika-Resistenzen. Daher gehört Doxy-PEP in ärztliche Begleitung und ist keine Selbstmedikation. Mögliche Nebenwirkungen: Magen-Darm-Beschwerden und erhöhte Lichtempfindlichkeit.
Ob Doxy-PEP für Sie sinnvoll ist, besprechen wir vertraulich in der Sprechstunde für sexuelle Gesundheit.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt – im Notfall an die Notrufnummer 144.
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